USA, Mississippi  und Canada 2008

 Motorradtour Ostküste USA, Washington, Torronto, Great Lakes, Duluth, Chicago, Mississippi bis New Orleans, Blue Mountain,Cherokee National Forest Michael Witsch

Der Entschluss eine Tour nach Amerika zu machen fällt relativ spontan. Lange Zeit wird Nordtürkei und Syrien für 2008 hoch gehandelt, dann taucht mal Lybien auf und zwischen Weihnachten und Neujahr sitze ich mit Andreas zusammen und spontan wird dann Amerika gebucht. Martin braucht dann als dritter im Bunde nur wenig zusätzliche Überzeugung und schon steht die Besetzung fest. 

Am 14. Mai ist es endlich soweit, der Abflug nach Washington DC steht an.

Noch ein letzter, vollkommen überteuerter Cappuccino in Frankfurt, ein letzter skeptischer Blick und Schwupps, kaum neun Stunden später sind wir in da.

 Die Einreise geht erstaunlich unproblematisch von statten, ebenso wie das Auffinden der Verleihstation und die Übergabe der Motorräder bei Eagle Riders. Gebucht – und erbeten – haben wir dreimal BMW R 1200 GS, die auch in leuchtend blau, rot und gelb bereit stehen.

Motorrad Eagle Rider Washington

Martin rot, Andreas blau und Michael gelb, so werden wir in den nächsten beiden Wochen durch die Lande ziehen.

Insgesamt sind wohl keine zwei Stunden seit der Ankunft vergangen bis wir hoch bepackt auf ungewohnten – dazu noch neuen – Motorrädern durch den amerikanischen Straßenverkehr turnen.  Jetzt gilt es erst mal sich im Straßenschilderdschungel zurecht zu finden und die grobe Richtung einzuschlagen. Wie immer haben wir keine feste Tourenplanung, sondern ein paar grobe Eckpunkte. Der erste davon sollte eigentlich New York sein, wobei wir schon die Anfahrt ändern und nicht über Philadelphia fahren. Statt dessen geht es erst mal Richtung Gettysburg, wobei sich die durch den Verleiher benannte Bundesstraße immer mal wieder verliert. Um es kurz zu machen, am nächsten Morgen wachen wir auf einem nassen KOA Campground zwar am richtigen Highway nach New York auf, sind der Stadt aber seit gestern Nachmittag nicht wirklich näher gekommen, zudem ist der Verkehr doch recht heftig. Im Interesse eines ruhigen und nach Möglichkeit unfallfreien Urlaubs entscheiden wir uns direkt an die Niagarafälle zu fahren.

Richtung Niagarafälle Michael Witsch

 Auf dem Weg dort hin nimmt nicht nur die Wolkendecke deutlich zu, sondern die Temperatur, dank Bordcomputer stets im Blick, fällt stetig. Da wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen wie Fahrenheit in Celsius umgerechnet wird, ist es eben nur kalt. War vielleicht doch nicht so schlau direkt die warme Unterwäsche auszuziehen. Die Niagarafälle – ausgesprochen: „ Niägra“ – sind hübsch anzuschaun, vor allem aber von der canadischen Seite.

Dankenswerter Weise hat uns der Vermieter auch eine Bescheinigung ausgestellt, so dass wir relativ unproblematisch nach Canada – ausgesprochen;“ Känäda“ einreisen dürfen. Spätestens hier stellt sich unsere diesjährige Fokussierung heraus, die Besuche und Einkäufe in Hardrock Cafe´s.

Noch schnell ein Schwätzchen mit einem deutschen Aussiedler in zweiter Generation, dann geht es weiter Richtung Lake Superior. Die abendliche Campingplatzsuche geht rasche voran, nachdem wir der Concierge bares angeboten haben ist es auch kein Problem mehr, dass eigentlich kein Platz für Zelte ist.

Der nächste Morgen präsentiert sich leicht diesig und vor allem kalt, also, die lange Unterwäsche wieder an. Irgendwann erscheint die Skyline von Toronto - ausgesprochen:“ Torono“ – am Himmel und schon weichen wir von unserer dürftigen Planung ab um den CNN-Tower zu besichtigen. 

CNN Tower Toronto

Oben angekommen ist die unten noch vorhandene Furchtlosigkeit ein wenig reduziertZwinkernd

CNN Tower von oben

Andreas hat eine Motorradkamera dabei und filmt unsere Kurverei durch die City. Toronto spricht für sich selber. 

Hinter Toronto folgen wir dem Trans Canada Highway, der uns – bei ständig fallenden Temperaturen – zuletzt zur Thunder Bay führen soll. Bereits kurz hinter Toronto – Richtung Sudbury - fängt der für mich schönste Teil an, lange, freie Strecke, menschleere Wälder, Ruhe und sonnige Strände. Ja, die gibt es tatsächlich, ist allerdings noch ein bisschen kalt für ein Bad.

Lake Superior

Im tiefen Sand fällt dann auch das zweite Motorrad und muss mit vereinten Kräften geborgen werden. Diese Idylle findet allerdings auf dem Campingplatz von „ Hazard County“ ein jähes Ende. Der Platz, den wir nach langem Suchen und bei einbrechender Dämmerung doch noch finden, ist eine echte Müllhalde. Der Knabe an der Rezeption verlangt tatsächlich 5$ – in Worten fünf Dollar – für eine Klappbox voll Holz. Der zugesagte Grillrost entpuppt sich als Einlage eines Kühlschrankes und muss erst noch von Kunststoffresten frei gebrannt werden, zudem ist der Platz sumpfig und Mücken verseucht. Aber die kann man wenigstens durch den Qualm des feuchten Holzes nicht mehr erkennen;-).

 

Aber, auch solche Unliebsamkeiten können uns am Vormarsch durch Canada nicht hindern. Ja und selbst als am Nachmittag der erste Schneesturm für eine rasche und eisige Durchnässung sorgt sind wir frohen Mutes.

Motorrad Canada

Ein wenig Sorge bereitet uns nur der Umstand, dass auf dem Display des Bordcomputers ständig ein Froststern blinkt. Die Anzeige ist übrigens in Fahrenheit, also knapp über 0°.

Null Grad Motorrad Kanada

In ….. weigert sich Andreas dann auch den Campingplatz aufzusuchen und besteht auf eine Nacht im Motel – und das alles wegen dem bisschen Schneesturm. 

Warum sollte es am nächsten Morgen auch besser sein und so eiern wir bei Null Grad, das konnten wir gestern an einer Tankstelle ablesen und vergleichen, Richtung Thunder Bay. Sehnsuchtsvoll fiebern wir jedem Sonnenstrahl entgegen, ohne dass der tatsächliche Erleichterung bringt. Durchgefroren ist eben durchgefroren und so müssen wir uns die Finger im nächsten Wendys am Chilli wärmen.

 Duluth

Eigentlich wollten wir von Duluth aus weiter in Richtung Winnipeg um von dort zur Quelle des Mississippi zu fahren, aber ein Mitfahrer weigert sich beharrlich irgendetwas zu fahren was weiter Richtung Norden wäre oder höher im Gebirge liegt ;-).

 

Auch kein Problem, dann nehmen wir den Verlauf des Mississippi eben später auf. In Minnesota – es ist Sonntag – decken wir uns noch in einem gammeligen Supermarkt mit Lebensmitteln ein und wollen sodann einen Sixpack Bier erwerben. Irgendwie scheint schon die Fragestellung Unmut hervor zu rufen, denn :“ In Minnesota Bottle shops are closed on Sundays“.

 

But, as it is allways in real Life, the solution lies over the Bridge ;-) – Heißt, gegenüber ist schon Wisconsin und da heißt es mit einem Lächeln: „ This ist Wisconsin, and yes Sir, we have beer.“.

 

O.k. so sind wir denn reichlich bestückt, finden aber keinen Campingplatz, so dass wir die müden Häupter noch etliche Meilen weit fahren müssen. Das Quartier, das wie dann letztendlich finden entschädigt uns aber gründlich für die Unbilden der vergangenen Tage. Von der antiken Musikbox, mit ebenso antiken Songs, bis hin zum Billiardtisch und Kunststoffblockhausmotorhome ist alles da.

Nebenbei bringe ich Martin auch noch bei den Amerikanern in Kurzform zu erklären wo wir herkommen. Zu diesem Zweck werden die Spitzen von Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand senkrecht unter die Nase geführt, der linke Arm mit gestreckter Hand nach vorne gereckt und sodann mit sonorer Stimme und österreichischem Akzent gefragt :“ Where the Hell you think I´m comming from „ Der Effekt dieser Parodie ist im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend.

 

Der nächste Morgen geht eher schleppend voran, waren dann wohl doch ein zwei Coors zuviel am Abend;-). Aber, irgendwann hat auch der müdeste Krieger sein Ross gepackt und wir dümpeln den Mississippi entlang Richtung New Orleans. Ach ja, das ist die neueste Zielsetzung, Andreas ist eingefallen, dass er schon immer mal nach New Orleans wollte. Das damit eine komplette Querung von Nord nach Süd – und tausende von Kilometern - verbunden sind, vermag in diesem Augenblick keiner von uns richtig zu realisieren.

Und so geht die tagelange Fahrt entlang dem Mississippi über Wisconsin, Iowa, Illinois, Missouri, Arkansas, Tennessee und Mississippi nach Lousiana.

 Camping am Mississippi

Einen lohneswerten Abend verbringen wir auf einem Campingplatz direkt am Mississippi und fühlen uns wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn ( hoffentlich ist das richtig geschrieben ).  

Wenig später erreichen wir Memphis und suchen zunächst Graceland auf. Erstaunlich ist schon, dass man den Job vor Ort ohne dauerhaften Schaden ausüben kann, dröhnen doch aus allen Lautsprechern unkontrolliert verschiedene Hits des King. O.k., ich weiß, Elvis lebt, aber seine Fangemeinde wird nicht jünger und es steht zu bezweifeln, dass sich der Kult noch lange hält. Wir jedenfalls haben uns nicht lange aufgehalten und den Weg zum – es kommt wie es kommen muss – Hardrock Cafe Memphis gesucht. Der Wachmann auf dem Parkplatz von Graceland ist so oft nach dem Weg gefragt worden, dass er schon auf eigene Kosten Wegbeschreibungen gedruckt hat. Entweder kann ich so schlecht Englisch, oder der Typ kann so schlecht schreiben, jedenfalls landen wir in einer wenig ansprechenden Gegend. Die erste ausgesprochen hübsche – ausgesprochen stark pigmentierte – Braut trägt entsprechend nicht nur einen scharfen kurzen Mini, sondern auch einen 45ziger Colt am Gürtel. Der Polizist auf dem Weg zur Innenstadt überzeugt durch eine akrobatische Einlage indem er die Pumpgun auf offener Straße Saltos schlagen lässt. Ja, schon echt ansprechend, weckt aber ein leichtes Gefühl der Verlorenheit.

 Hardrock Cafe Memphis

 Allmählich wird das Wetter deutlich besser bis hin zu heiß. Andreas zieht sogar irgendwann die Handschuhe aus, um später festzustellen, dass das Sonnenbrand geben kann. Im Rahmen eines Raststättenbesuches äußert er dann noch im Halbschlaf, dass doch jetzt ein schöner Hurricane eine nette Abwechslung wäre.

Es kommt wie es kommen muss, auch dieser Wunsch geht prompt in Erfüllung und schon beim Verlassen des Lokales – übrigens nicht zu empfehlen – regnet es wie aus Kübeln. Das hält uns zwar nicht ab bis nach New Orleans zu fahren, es sei uns aber verziehen, dass wir wegen der Wassermassen keine Bilder gemacht haben. Bei der Ankunft im Hardrock Cafe dauert es nur wenige Sekunden bis wir alles unter Wasser gesetzt haben und die Waitress mit dem Schrubber und Eimer anrücken muss.

 Jedenfalls sind die Wassermassen brutal. An den Seiten der Highways kann man noch die Überreste der Verwüstung sehen die Kathrina vor wenigen Jahren hervorgerufen hat. Viele der Holzhäuser sind aus dem Fundament gerissen und nach dem Ablaufen der Flut einfach am Platz des Anlandens belassen worden. Sie stehen krumm und schief, kreuz und quer, werden aber trotzdem bewohnt. Insgesamt müssen wir an diesem Abend noch über 100 Meilen fahren um einigermaßen aus dem Regengebiet heraus zu kommen. Dabei haben wir noch Glück gehabt, denn bereits drei Tage später suchen Hurricanes die  Mississippi Staaten heim und sorgen für Überschwemmungen auf der ganzen Länge. Unsere eigenen Verluste halten sich demgegenüber in Grenzen.  ;-),Money makes the world go round mit Andreas Bieker

so dass wir Abends noch einen schönen Drink in der Nahe gelegenen Sportsbar nehmen können.

Ab hier wird dann auch endlich das Wetter ein bisschen besser, so dass wir uns als nächstes den Great Smoky Mountains zuwenden können. Auf dem ersten Campingplatz erhalten wir dann auch den Hinweis, dass wir unbedingt den Drachen reiten müssten.

Es dauert eine Weile, bis wir kapiert haben was das bedeutet – nämlich das Abfahren von Serpentinenstrecken. Dabei ist:“ To ride the Dragon“ für beliebige Strecken einsetzbar und hier wohl auf einer Tourenkarte für Motorradfahrer explizit aufgedruckt. Jedenfalls machen die Great Smoky Mountain ihrem Namen alle Ehre – der rührt nämlich von der Feuchtigkeit die die Bäume abgeben. In irgendeinem Reiseführer habe ich allerdings auch gelesen, dass das mittlerweile auf Luftverschmutzung zurück zu führen ist.

Dabei fahren die Amerikaner doch nur neueste Technologie  ;-). 

Das ist übrigens kein Einzelfall, zum Teil haben wir noch deutlich schlimmere Autos gesehen.  Demgegenüber gab es am ersten Tag in den Smoky Mountain eine Corvette-Treffen bei welchem Corvette allen Alters in Top-Zustand teilnahmen. Die deutliche Verteuerung der Lebenshaltungskosten und des Benzins geht damit in Amerika augenscheinlich nicht allen spurlos vorüber. Auch in den Nachrichtensendungen war aktuell die dramatische Entwicklung des Benzinpreises ein ernstes und existenzielles Thema, um sodann vom nächsten Werbespot über den neuen Achtzylinder Dog Ram mit Warp-Antrieb abgelöst zu werden. Der größte Teil des amerikanischen Way of Life ist von Mobilität geprägt, aber irgendwann nn werden auch die Amerikaner erkennen müssen, dass der aktuelle Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ein wenig unbedarft ist. Anderseits, mit unserem Tourismus tragen wir da ja auch dazu bei. O.k. ernste Untertöne beiseite.

Das gesamte Gebiet das wir durchfahren führt über viele hundert Meilen bis kurz vor Washington und verleiht auf weiten Strecken ein echtes Südstaaten Feeling, leider etwas getrübt durch den Umstand, dass irgendwann die Vorderbremse vom Martins Motorrad blockiert.

Leider kann uns weder Stag – Chef der Verleihfirma noch der AAA oder gar der BMW-Support Unterstützung gewähren, was insbesondere daran liegt, dass Montag ein Feiertag ist. Und so unterbleiben sogar die zugesagten Rückrufe. Der Campground-Manager kann uns leider auch nicht helfen, hat aber endlich jemanden gefunden der seinen Prowler – irgend so ein limitiertes Protzauto, zudem noch in gold - vorführen kann. Auch mit Konsum können wir die aufkommende Langeweile nicht kompensieren, den sämtliche Messer der doch großen Auswahl im Office sind:“ Made in China“. Das veranlasst den Manager auch direkt näher Freundschaft mir uns zu schließen und  die politische Situation dahingehend zu erläutern, dass man nicht mit einem Staat konkurrieren könne :“ Where People work for two Fishheads an a Bowle of rice.“

 In dieser Situation gibt es nur eins, wir entlüften die Bremse und irgendwann läuft das Rad auch wieder einigermaßen frei.

Zum Abschluss unserer Tour finden wir Abends noch einen stilechten staatlichen Campground mit Plumpsklo und fließendem Wasser. Vor allem aber ist da wenigstens mal ein Preis gleich geblieben, die Übernachtung kostet immer noch 10 Dollar. Und so sitzen wir Abends in trauter Dreisamkeit am Feuer bevor es morgen wieder in die Zivilisation zurück gehen soll.

Am nächsten Morgen geht es direkt nach Washington. Tatsächlich treffen wir dort Abends auch noch die Eagle –Rider-Station geöffnet an. Martin nutzt schon mal die Gelegenheit um sein Motorrad abzugeben und sodann suchen wir uns im nahe gelegenen Holiday Inn eine Unterkunft für die letzten beiden Tage.

Für Entertainment ist nebenan im Hooters – wer es nicht kennt: kleine stramme Mädchen in engen Shirts und orangen Shorts – gesorgt, die beiden Mitreisenden sind kaum noch aus dem Laden rauszukriegen.

Große Ausflüge stehen nicht mehr an, nur noch die abschließende Fahrt nach Washington mit dem obligatorischen Besuch, nein nicht etwa des Weißen Hause, sondern im örtlichen Hardrock Cafes. Um stilecht vorzufahren nimmt Andreas nicht etwa die BMW sondern leiht sich noch schnell einen Mustang.

 Andreas Bieker Mustang

 Und während ich alleine mit dem Motorrad nach Washington rein fahren muss,

Michael Witsch in Washington

bringt Martin noch schnell die marode Politik in Ordnung.

 Martin Hensel for President

Der Rest ist schnell erzählt. Bei der Abgabe der Motorräder fällt Stag dann doch noch ein, dass die Motorräder Beschädigungen haben für die wir trotz Vollkasko und allem noch aufzukommen haben. Echte Schäden können wir nicht feststellen, sondern eher Verschleiß, was uns bei einer Laufleistung von 4730 mls – entsprechend 7612 km - auch nicht ungewöhnlich erscheint. Na, ändern können wir es eh nicht, es verleiht aber leider dem Abschluss einen leicht negativen Touch, zumal Stag ( Eagle Rider Leitung Washington )  Martin´s Motorrad zwei Tage zuvor noch als vertragsgerecht gewertet und abgenommen hat. Wahrscheinlich hatte er schlichweg nicht damit gerechnet, dass wir so eine Kilometerleistung in den wenigen Tagen hinbekommen würden – und, alle Mängel hat er auch nicht gefunden.

Aber, dass kann uns die Laune nicht wirklich vermiesen und so suchen wir noch schnell den einen oder anderen Konsumtempel auf um uns ordentlich mit Klamotten einzudecken, was allerdings zu einem leichten logistischen Problem führt.

Nur der Abflug geht nicht ganz ohne Komplikationen von Statten. Zuerst muss ich bereits an der ersten Kontrolle alle Biere wegwerfen – und das war eine ansehnliche Sammlung – aber der Zollbeamte tröstet mich mit den Worten:“ Don´t worry, it´s american ;-)“.

Dann ist plötzlich Andreas weg. Wir finden ihn kurze Zeit später kreidebleich auf einem Stühlchen, umringt von einem halben dutzend dicken Sicherheitsleuten mit noch dickeren Knarren. Endlich haben sie mal einen Verdächtigen gestellt und entwaffnet.

Was ist passiert ? Andreas hat sein Messer vorne im Rucksack gelassen und die Security hat es gefunden. Die Situation ist relativ schnell bereinigt, allerdings das Messer sichergestellt, womit sich die Verlustliste, nach undichter Luftmatratze, undichter Kombi und anderem noch ein wenig vergrößert.

Der Rückflug ist recht bescheiden. Der Flieger ist ausgesprochen eng bestuhlt, die Crew unmotiviert, das Bier soll 5 US$ kosten – so gut kann das gar nicht sein – und die Kabinensoftware ist nicht in der Lage mehrere Filme gleichzeitig zu zeigen. Aber, egal auch die Nacht geht rum und so landen wir am nächsten morgen wohlbehalten in Frankfurt wo uns pünktlich Onkel Dieter erwartet.

 

Und, wie immer, die Planungen für das nächste Jahr laufen schon.

 

Michael Witsch